Im Sweatshirt tanzen

Im Sweatshirt tanzen

Puh. Nach einem weiteren Tag der Suche und dem Kennenlernen allerlei seltsamer, aber auch wirklich netter Menschen, sind wir immer noch nicht viel weiter gekommen. Gestern hatten wir wieder ganze vier Termine - und das obwohl wir beide den kompletten Tag im Büro verbracht und gerade mal eine halbe Stunde zum Entspannen gehabt hatten. Erst als nach 10 Uhr der letzte Besucher gegangen war, tauschten wir unsere schönen Tops und engen Jeans gegen Only Sweatshirt und Jogginghosen, machten es uns vor dem Fernseher gemütlich. Unseren montäglichen DVD-Abend ließen wir ausnahmsweise ausfallen, sparten uns gute Filme und Diskussionen über Drehbuch und Fashion lieber für einen entspannteren Abend auf.

Ganz ohne Scham

Stattdessen checkten wir E-Mails, telefonierten noch ein wenig herum, analysierten noch einmal das Verhalten jedes einzelnen Bewerbers, der bisher in Frage gekommen war. Wir fühlten uns ziemlich schlecht, dass wir manchen Leuten absagen mussten, obwohl wir sie unheimlich nett fanden und ihnen gerne geholfen hätten - aber für uns ist es einfach wirklich wichtig, jemanden zu finden, mit dem wir uns wohl fühlen. Jemanden, der nicht nur bei uns wohnt, weil er eine Bleibe braucht, sondern der wirklich mit uns leben möchte. Jemanden, vor dem wir ohne zu zögern in Sweatshirt und Leggins herumtanzen können, ohne uns schämen zu müssen.

Ich gebe die Hoffnung nicht auf

Meine Mitbewohnerin gibt leider langsam die Hoffnung auf - aber ich bin noch immer recht guten Mutes. Irgendwo da draußen gibt es jemanden, der perfekt zu uns passt, mit dem wir stundenlang How I Met Your Mother sehen und uns über einfältige Soaps beschweren können. Und wir werden diesen jemand finden! Ganz bestimmt.

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Auf der Suche

Auf der Suche

Momentan sind wir auf der Suche nach einem neuen Mitbewohner – deshalb habe ich auch schon so lange nichts mehr von mir hören lassen. Es ist wirklich wahnsinnig, wie viele Anfragen wir schon in den ersten Tagen unserer Suche erhalten haben und dementsprechend beschäftigt sind wir natürlich schon die ganze Woche über. Das Telefon steht nich still, eine Email nach der anderen flattert in unsere Postfächer. Sich von all den Bewerbern ein Bild machen zu können ist ein Ding der Unmöglichkeit – einen passenden Mitbewohner zu finden aber hoffentlich nicht.

Erste Erfolge

Noch sind wir recht guten Mutes, das wir jemanden finden werden, den wir gerne in unsere kleine WG aufnehmen, auch wenn uns langsam aber sicher ein bisschen die Kraft ausgeht. Erste Erfolge durften wir allerdings schon feiern – einer der bisherigen Bewerber gefiel uns nämlich besonders gut.

The Big Bang Theory

Sein Name ist Mark, und wir haben ihn gleich beim Eintreten in unsere Wohnung ein wenig ins Herz geschlossen. Bepackt mit einem stylischen Rucksack von etnies, riesigen Kopfhörern, aus denen laute Musik drang, und einem breiten Lächeln im Gesicht, machte er sofort einen guten Eindruck auf uns. Auch als wir uns unterhielten entpuppte er sich als wahrer Gentleman, als wirklich angenehmer Gesprächspartner und aufgeschlossener Typ. Und dann fiel ihm plötzlich auf, das wir eine Staffel von The Big Bang Theory neben dem Fernseher liegen hatten – und gestand uns, dass er unsere Lieblingsserie ebenfalls abgöttisch liebt. Wenn das nicht mal die besten Zutaten für ein harmonisches Zusammenleben sind – drei Freunde, Sheldon Cooper, und eine riesige Ladung gute Laune. Solange er nicht anfängt, uns über phsyikalische Phänomene aufzuklären, die wir wirklich nur im Fernsehen interessant und sehenswert finden, könnte das hier wirklich klappen.

Pullover und Popcorn

Pullover und Popcorn

Gestern war wieder einer dieser Abende, die mich und meine Mitbewohnerin regelmäßig beinahe in den Wahnsinn treiben. Wir hatten uns in unsere wundershönen Marc O'Polo Pullovern, die wir erst vor Kurzem ergattert hatten, gekuschelt, eine große Schale mit Popcorn zubereitet, und es uns vor dem Fernseher bequem gemacht. Beide lieben wir gemütliche Abende in tollen Pullovern vor der Flimmerkiste. Wir lieben gute Filme, über die wir während, und nachdem wir sie sehen, stundenlang diskutieren. Wir unterhalten uns dann über die Story, die Dialoge, die Mode, die die Menschen in den Filmen tragen, und bringen allerlei Verbesserungsvorschläge an. Vielleicht sollten wir doch selbst mal zum Fernsehen gehen.

Wir beim Fernsehen

Dann würden wir als erstes dafür sorgen, dass das komplette Programm überarbeitet wird. Gestern nämlich war (mal wieder) einer dieser Abende, an dem wir nichts, wirklich nichts finden konnten, was auch nur halbwegs sehenswert war. Paranormale Krimiserien, eine Serie, die Menschen vierundzwanzig Stunden lang bei allem filmt was sie tun, und eine Actionkomödie, die was weiß ich wie oft schon gezeigt wurde und so sehenswert nun auch wieder nicht ist. Wir waren der Verzweiflung nahe.

Danke, Günter!

Zum Glück ließ uns der liebe Günter gestern nicht im Stich und bescherte uns wenigstens eine Stunde lang geistreiche Unterhaltung, sorgte sogar dafür, dass wir uns noch ein bisschen bildeten. Danach jedoch blieb uns nur noch die Möglichkeit, Chefs zu zu sehen, wie sie für eine Woche in die Fußstapfen ihrer Angestellten treten. Also machte ich freiwillig den Abwasch. Und die Wäsche noch dazu..

Von großen Brüdern und kreischenden Kindern

Von großen Brüdern und kreischenden Kindern

Schlimmer als das deutsche Kino ist aber wohl das deutsche Fernsehen. Es war ein Wunder, dass gestern sogar mal zwei (!) Filme auf dem Flimmerkasten liefen, die man sich hätte ansehen können, wo doch an den meisten anderen Tage der Woche nicht ein einziger brauchbarer Streifen zu sehen ist. Sendungen wie "Big Brother" sollen unserer Abendunterhaltung dienen, werden nur von einsamen Bauern übertroffen, die sich Frauen suchen, und überdrehten Kindermädchen, die überforderten Mütter aus ihrer Verzweiflung helfen - und uns direkt hinein treiben.

Hey, wo seid ihr?

Wo sind die guten Abendshows, die man in anderen Ländern findet, wo sind Serien, die ganze Nationen erheitern und selbst über den großen Teich hinaus Erfolge feiern? Wo sind Konzepte, die auf großartigen Ideen basieren, die wunderbar ausgearbeitet und noch besser umgesetzt sind? In Deutschland jedenfalls nicht.

Ein echter Teufelskreis

Vielleicht sollte ich mal anfangen, Drehbücher zu schreiben, aber ich fürchte, das würde nichts ändern. Das einzige, was hier zählt, sind gute Quoten - und die wird man mit guten Stories, innovativen Ideen und cleveren Dialogen wohl eher nicht erzielen. Das, worin wir uns im Moment befinden, ist nämlich ein echter Teufelskreis. Zu viele Menschen scheinen es wirklich zu mögen, sich verzweifelte Mütter auf der Suche nach Schwiegertöchtern anzusehen, sind schon viel zu sehr verblödet, um ein gutes Stück, ein kleines Meisterwerk zu erkennen, geschweige denn angemessen zu würdigen. Nicht, dass ich denke, ich könnte ein solches Glanzstück hervorbringen... Aber viele andere könnten es, haben es vielleicht sogar schon getan. Zu schade, dass man ihnen eine herumstolzierende Heidi Klum vorzieht.

Premiere - im wahrsten Sinne des Wortes

Premiere - im wahrsten Sinne des Wortes

Ich war noch nie auf einer Filmpremiere, habe große Stars nur im Fernsehen über rote Teppiche laufen sehen, konnte ihre schönen Outfits und das Strahlen in ihren Augen nur aus weiter Ferne betrachten. Gestern aber änderte sich dieser Umstand und ich war zum ersten Mal auf einer echten Weltpremiere - wenn auch nur hinter einer Absperrung, ein ganzes Stück entfernt von berühmten Schauspielern und Regisseuren. Obwohl, so berühmt waren sie dann ja doch nicht...

Das war es wert

Für einige der Mädels, die bei uns am roten Teppich standen und das Debakel verfolgten, waren sie aber trotzdem der Grund für Hyperventilation und Freudentränen. Mir klingeln immer noch die Ohren von dem vielen Gekreische, und die blauen Flecke, die ich bei all dem Gedrängel abbekam, zieren meinen Körper wie kleine Kriegsnarben. Aber das war es wert... Und zwar nicht wegen den Schauspielern, sondern wegen dem Spaß, den meine beste Freundin und ich dabei hatten, ihren Fans zuzusehen.

TIL!

Erwachsene Frauen schrien Til Schweigers Namen als wären sie zwölfjährige Mädchen, und die Girlies, die wirklich in besagtem Alter waren, kamen aus dem Gekreische gar nicht mehr heraus. Dabei war seine Erscheinung wirklich nicht die schönste. Gekleidet in eine gammlige Jeans, ein graues Tanktop und (immerhin!) eine schwarze Jacke, sah er eher aus, als ginge er in einen zwielichtigen Pub als zur Weltpremiere seines neuen Films. Ich hoffe nur, dass Männerherzen 2 um Welten besser wird als Till Schweigers Outfit - ansonsten sehe ich wirklich schwarz für das deutsche Kino.