Von großen Brüdern und kreischenden Kindern

Von großen Brüdern und kreischenden Kindern

Schlimmer als das deutsche Kino ist aber wohl das deutsche Fernsehen. Es war ein Wunder, dass gestern sogar mal zwei (!) Filme auf dem Flimmerkasten liefen, die man sich hätte ansehen können, wo doch an den meisten anderen Tage der Woche nicht ein einziger brauchbarer Streifen zu sehen ist. Sendungen wie "Big Brother" sollen unserer Abendunterhaltung dienen, werden nur von einsamen Bauern übertroffen, die sich Frauen suchen, und überdrehten Kindermädchen, die überforderten Mütter aus ihrer Verzweiflung helfen - und uns direkt hinein treiben.

Hey, wo seid ihr?

Wo sind die guten Abendshows, die man in anderen Ländern findet, wo sind Serien, die ganze Nationen erheitern und selbst über den großen Teich hinaus Erfolge feiern? Wo sind Konzepte, die auf großartigen Ideen basieren, die wunderbar ausgearbeitet und noch besser umgesetzt sind? In Deutschland jedenfalls nicht.

Ein echter Teufelskreis

Vielleicht sollte ich mal anfangen, Drehbücher zu schreiben, aber ich fürchte, das würde nichts ändern. Das einzige, was hier zählt, sind gute Quoten - und die wird man mit guten Stories, innovativen Ideen und cleveren Dialogen wohl eher nicht erzielen. Das, worin wir uns im Moment befinden, ist nämlich ein echter Teufelskreis. Zu viele Menschen scheinen es wirklich zu mögen, sich verzweifelte Mütter auf der Suche nach Schwiegertöchtern anzusehen, sind schon viel zu sehr verblödet, um ein gutes Stück, ein kleines Meisterwerk zu erkennen, geschweige denn angemessen zu würdigen. Nicht, dass ich denke, ich könnte ein solches Glanzstück hervorbringen... Aber viele andere könnten es, haben es vielleicht sogar schon getan. Zu schade, dass man ihnen eine herumstolzierende Heidi Klum vorzieht.

12.9.11 15:42

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